Raidleiter tendieren dazu komisches Zeug zu reden. Angefangen damit, dass sie einen Jargon verwenden der, würde er in der Offentlichkeit beiläufig von Unschuldigen vernommen, zuerst für allgemeine Verwirrung sorgen würde, von was da eigentlich die Rede ist, gefolgt von Argwohn da es keiner mag nicht zu verstehen um was in einem Gespräch geht. Wenn der ein oder andere es doch erahnen würde, wäre man gleich als Aussenseiter gebrandmarkt, wenn man Glück hat, oder hätte die Meute mit Fackeln und Mistgabeln auf den Fersen wenn es schlecht läuft.

Doch zum Glück tendieren Raidleiter dazu, ihre Tiraden nicht in der Öffentlichkeit von sich zu geben. Nein, sie haben die Angewohnheit sich dazu in die modrigen Tiefen ihrer ins ewige Dämmerlicht getauchten Gruft zurückzuziehen, von wo aus kein Laut an die Aussenwelt dringen kann. Das ist auch gut so. Dann hört sie auch keiner schreien.

Doch zurück zum Anfang. Was tut so ein Raidleiter eigentlich? Manche behaupten, die Hauptaufgabe des Raidleiters wäre zum Raid zu laden und Minus-DKP zu vergeben. Andere meinen, gute Raidleiter sollten Leute anschreien und Minus-DKP vergeben, wenn Mitspieler versagen. Eins jedoch haben die meisten Auffassungen über Raidleiter gemein: sie faseln vor Kampfbeginn etwas über hochtrabende Begriffe wie “Taktik”, “Aufstellung” und “Phasen”. Das mag noch nüchtern klingen, in Wirklichkeit ist es an Lächerlichkeit kaum zu toppen.

Da sitzt also ein erwachenes menschlisches Spezimen Mensch in seiner Gruft, und erzählt 24 Leuten etwas darüber wie sie darauf achten sollen wie irgendwelche “Mobs spawnen”, oder dass bei einem “Phasen-Wechsel” etwas besonderes passiert. Lächerlich aus zweierlei Gründen: das oben erwähnte Jargon ist, allein betrachtet, schon lächerlich.
Mal ehrlich: AoE? Tanks? Dämätsch Dealer? Mobs? Spawnen? CC? Wo gibts sowas noch ausser hier?
Der andere Grund warum Raidleiter-Erklärungen lächerlich sind, ist die kontinuierliche Wiederholung. Ein Raidleiter ist wie ein Hamster, der ewig in seinem Laufrad rennt ohne Vorwärts zu kommen, oder wie Sisyphos, der immer wieder seinen Stein den Berg hochrollt. Schliesslich muss er Woche um Woche, wenn auch nur ein neuer Spieler in seinem Raid dabei ist, nochmal die gleichen Erklärungen von sich geben. Im schlimmsten Fall sogar von Versuch zu Versuch, mit minimalen Variationen. Wie eine gerissene Schalplatte die hängt, und bei jedem Durchlauf ein wenig anders klingt wenn die Fehlerstelle erreicht wird.

Lächerlich ist es vor allem auch für die 20 oder mehr Zuhörer, die alle die Taktik schon gehört haben, aber den neuen Spielern sei Dank, doch nochmal in den vollen Genuß der kompletten Erklärung samt allen Phasen und noch so kleinen Details kommen.
Raids leiten ist also von Natur aus keine prestigeträchtige Aufgabe sondern grundsätzlich lächerlich, das wissen wir nun. Wer sich darum schlägt es zu tun, weil er denkt es sei eine erstrebenswerte Position ist damit grundsätzlich auf dem Holzweg. Dennoch: It’s a dirty job, but someone’s got to do it.

Doch was könnt ihr tun, um euren Raidleiter besser zu verstehen? Schliesslich haben wir nun festgestellt, dass er einen Jargon verwendet, der ausserhalb der konstruierten WoW Welt vollkommen inakzeptabel wäre, minutenlang langweiliges Zeug von sich gibt dass ihr entweder in der Form schon mal beim letzten mal angehört habt, oder nicht kennen müsst weil es 22 andere Leute gibt die schon Bescheid wissen? Auf 3-4 die sich nicht auskennen wirds ja nun wirklich nicht ankommen. Nun, fürchtet nicht! Ein wenig weiter unten findet ihr einen einfachen Leitfaden der die unsinnigen Aussagen des Raidleiters in das übersetzt, was er wirklich meint.

Was euer Raidleiter sagt…
… Was er wirklich meint.

3 Leute mit Flächen-DPS stellen sich je links und rechts auf.
Magier öffnet ein Portal nach Dalaran und schaut dem Spiezeugzug dabei zu wie er im Kreis fährt.

Lauft alle nach links wenn ein Kugelblitz geflogen kommt und bleibt zusammen um in Heilreichweite zu sein.
Verteilt euch im ganzen Raum, mindestens 40 Meter Abstand zu einem Heiler. Heiler haben eine Aura die euch tötet wenn ihr näher dran steht.

Wenn die Adds spawnen, wartet drauf dass die Tanks sie zusammenziehen und macht dann AoE.
Zündet alle Cooldowns sobald die Adds da sind und haut voll drauf. Die überleben das nicht und wenn doch eines entkommen sollte freuen sich die Tanks über den Sport.

So kommen wir zur Taktik-Erklärung, der Kampf hat 3 Phasen…
Ihr seid alle müde. Soooo müde…

Wenn ihr die Bombe seid lauft aus dem Raid aber bleibt in Heilreichweite.
Wenn ihr die Bombe seid habt ihr 2 Optionen: lauft aus dem Raum um die Ecke und sterbt dort, oder bleibt im Raid stehen, so sterbt ihr nicht alleine.

Ignoriert die Verprügler wenn sie spawnen, die werden nur getankt.
Fokussiert den ersten ersten Verprügler der erscheint, verfallt dann in Panik sobald ihr Aggro habt und lauft sowohl vor dem Verprügler als auch dem Tank der ihn verfolgt weg. Fangt euch dabei noch die Lichtbombe ein lauft durch möglichst viele Raidmitglieder. Für jede dieser Aktionen die ihr erfolgreich vollbringt gibt es Bonus-DKP.

Lauft aus dem blauen Feuer raus sobald es erscheint.
Im blauen Feuer gibt es einen Schadensbuff. Da sollte jeder drin stehen.

Bitte reinlaufen und neu buffen.
Zeit für nen Kaffee, 10 Minuten Pause.

Der Versuch war eigentlich ganz gut, aber…
Ihr könnt alle nix. Ich habe grade persönlich deine Mutter beleidigt. Ja, ganz genau DEINE.

Freut euch mit Hilfe dieser Übersetzungen in Zukunft auf reibungslose Bosskills!

Dezember 10th, 2008 by Caelis

Wir haben beim Anglerbund allerlei Sorten von Spielern. Manche sind besessen davon in jedem Gebiet auch wirklich jede Quest zu machen, um auf keine Fälle etwas zu verpassen, questen also nicht nur im heulenden Fjord, sondern auch gleich danach in der boreanischen Tundra und machen somit Startgebiete die als Alternative Startpunkte zur Auswahl stehen gleich nacheinander, statt sich auf diese Auswahl einzulassen. Durch dieses Vorgehen sind diese Spieler dann auch meist weit über dem empfohlenen Level für ihre Zone und auch weit über dem Level für die Instanzenquests die sie in den jeweiligen Zonen entdecken, setzen also, überspitzt formuliert, erstmals mit 78 Fuss in Azjol-Nerub, eine Instanz die für Level 72 gedacht ist.

Nun, diese Vorgehensweise ist nichts für mich. Lieber mache ich Instanzen erstmals mit dem dafür angesetzten Level, oder etwas früher. Über dem geforderten Level für eine Instanz zu sein schmällert zumindest beim erstmaligen Besuch in der Instanz den Spass den ich daraus ziehe. Wenn die Instanz bekannt ist, und somit nicht mehr neu, ist der Level kein so grosser Faktor mehr, dann muss es nicht mehr “passen”.

Also was tun, wenn man die lieben Gildenmitglieder, die vielleicht eine vollkommen andere Art haben das Leveln zu geniessen, nicht weiter belämmern möchte? Richtig, man nutzt die berüchtigte “SucheNachGruppe” Funktion. Ich habe schon allerlei Reaktionen auf das gefürchtete Einladen von unbekannten Gruppenmitgliedern erlebt, von vorsichtiger Skepsis hin zu abfälligem virtuellen Naserümpfen. Ganz nachvollziehen kann ich es jedoch nicht, solange man sich bei der Auswahl der Gruppe oder Gruppenmitgliedern an ein paar einfache Grundsätze hält. Diese Regeln sind:

1) Schliesse Dich niemals einer Gruppe an, die einen Magier sucht (oder einen Jäger, oder jegliche andere spezifische Klasse.)

Warum? Dazu muss ich erst meine eigenen, verdrehten Gedankengänge erklären, wenn ich sowas lese. Mein erster Gedanke dabei ist dass die Gruppe davon ausgeht sie brauche Crowd Control. Crowd Control einsetzen zu wollen ist an sich in Ordnung und sicher kein Grund eine Gruppe zu verpönen. Aber so etwas legt Nahe dass die Gruppe davon ausgeht dass Crowd Control in der Form wie sie es benötigt auch wirklich nur von einem Magier geboten werden kann.

Es gibt andere Klassen die Möglichkeiten bieten, Gegner temporär aus dem Kampf zu nehmen. Es gibt keinen wirklichen Grund speziell nach einem Magier Ausschau zu halten oder gar den Erfolg der Instanz davon abhängig zu machen, ob sich einer findet. Wie oben erwähnt gilt das natürlich nicht nur für Magier, sondern für alle andern Klassen nach denen speziell Ausschau gehalten wird.

Fazit: sei extrem vorsichtig, wenn eine Gruppe eine bestimmte Klasse sucht, es wird in einer Instanz mit ihr vermutlich so oder so (mit oder ohne der speziellen Klasse) in Chaos ausarten. Die Suche nach einer spezifischen Klasse ist nur entschuldbar wenn es sich begründen lässt (z.B. die Suche nach einer Klasse mit Flächenzaubern um einen zeitlich begrenzten Lauf durch Stratholme heroisch zu schafen).

2) Schliesse Dich niemals einer Gruppe an, die einen “healer” sucht.

Das ist zugegebenermassen schon etwas abstruser, aber verdrehte Gedankengänge, ihr erinnert euch? Nun, grade in Randomgruppen werden oftmals zwei Rollen gesucht, die entscheiden ob die Gruppe losziehen wird oder nicht: der Tank und der Heiler. Es ist wahrlich keine Seltenheit, dass eine von beiden besetzt ist, die andere aber nicht. Aus meiner eigenen Tankperspektive lassen insbesondere Heiler sich seltener blicken, doch da bin ich wohl ein wenig voreingenommen. Wenn dem so ist kann ich es auch sehr gut nachvollziehen, denn paradoxerweise ist die Chance jetzt wo das Tanken vereinfacht wurde auf einen schlechten Tank zu treffen angestiegen: es gibt einfach mehr von den Biestern.

Zurück zum Thema: was ist schlimm an “healer”? Nun “healer” ist grade mal einen Buchstaben von der korrekten Bezeichnung “Heiler” entfernt. Während es entschuldbar ist, statt “Brescher” “Tank” zu sagen (wer mich schon mal hat reden hören weiss dass ich mich bei der Aussprache von “Brescher” lächerlich mache), gibt es keine Ausrede für “healer”. Man gewinnt nichts, aber auch gar nichts, in dem man hier Denglisch verwendet. Das Einzige was da bei mir entsteht, ist der Eindruck dass es sich dabei nur um Möchtegern-Über-Roxxor Spieler oder Kiddies handeln kann, sprich eine Gruppe bei der wahrscheinlich alles in Chaos ausarten wird und zu der man besser Abstand hält. Nicht zuletzt finde ich dass “healer” etwas entwertendes hat.

3) Schliesse Dich niemals einer Gruppe an, die nach Ausrufezeichen!!! oder Fragezeichen??? sucht.

Die Begründung ist hier ähnlich wie bei 2). Eine Gruppe die Dinge von sich gibt wie “healer lust Azjol???” oder “nur noch tank für hdz4, dann go!!!” erweckt nicht grade den Eindruck als könne sie das stumpfe Ende ihrer Waffen von dem scharfen unterscheiden. Sprich auch hier ist die Gefahr hoch dass Chaos vorprogrammiert ist. Wie wir Alle wissen ist Überfluss an Ausrufezeichen ein sicheres Anzeichen für Wahnsinn. Meiner Meinung nach trifft das auch auf Fragezeichen zu.

4) Verlasse eine Gruppe wenn Du als Tank geladen wirst, ein weiterer Tank geladen wird, und der Spieler der Dich als Tank geladen hast, fragt ob du Tank bist. Selbsterklärend. Kann nicht gut ausgehen, weil offenbar höchste Konfusion herrscht (was zu Chaos führt).

Das waren für mich schon die goldenen Regeln die zur Auswahl einer Randomgruppe führen. Erstaunlicherweise wurde ich bei Einhaltung dieser selbstauferlegten Regeln schon des öfteren mit fähigen Mitspielern gesegnet. ;)

Übrigens wenn ihr weitere Regeln habt, die ihr bei der Gruppenauswahl einhaltet oder andere Maßstäbe anlegt, dann würde es mich freuen in den Kommentaren davon zu hören. :)

Oktober 30th, 2008 by Caelis

Fast schon von allen vergessen, kündigte der Lichkönig kürzlich seine Rückkehr mit einem Paukenschlag an in dem er eine Seuche auf die Bewohner Azeroths los liess. Viele ahnungslose Bürger infizierten sich an heimtückisch platzierten verseuchten Kisten, oder aber auch an verseuchten Ratten oder bereits infizierten Mitbürgern. Konnten sich einige noch vor dem Krankheitsausbruch zum Heiler schleppen und kurieren lassen, schafften es doch viele nicht mehr zeitig.

Mit dem Krankheitsausbruch wurden alle zu Ghulen, der Tod und das Ghul-Dasein vereinte nun alle, ob arm, reich, alt, jung, Händler, ob Streiter der Allianz oder Kämpfer der Horde, es sah nicht aus als gebe es einen Ausweg. Doch welche Auswirkungen hatte das Ghul-Dasein auf unsere ehemalig lebenden Bürger? Die meisten wandelten sich zu blutrünstigen Bestien ohne Verstand, nur geleitet von dem Drang weitere Opfer zu infizieren und erfüllt von dem Verlangen die Hauer in frische Hirne zu stossen.

Doch traf das auf alle Ghule zu? Seltsamerweise nein. Die von Arthas verbreitete Seuche muss einen eigentümlichen Fehler gehabt haben, oder eine besondere Strähne hatte andere Auswirkungen als urpsrünglich geplant, denn drei Mitglieder des Anglerbund Azeroths wurden ebenfalls infiziert, doch blieb das Verlangen danach die Infektion zu verbreiten und Hirne zu fressen aus unerfindlichen Gründen aus. Statt dessen spürten sie ein Verlangen ganz anderer Natur… Das Verlangen nach einem Abendessen… Einem Abendessen mit Brutallus.
Der Weg zu Brutallus sollte sich für unsere fehlgeleiteten Ghule als recht schwierig erweisen. Der Pfad über den Sonnenbrunnen hin zu Brutallus schien nicht enden zu wollen, und zog die so schon geschundenen Körper der drei Ghule immer weiter in Mitleidenschaft. Insbesondere Caelis, zu lebzeiten eine zähe Kriegerin, schien im Untod eher schwacher Konstitution und musste noch öfter innehalten als die anderen Ghule.
Ja, diese zeigten sich sogar ganz besonders sozial ihrem Mitghul gegenüber und überschütteten sie, ganz besorgten Vogeleltern gleich, regelmässig mit dem Inhalt ihrer Magen.

Doch ich schweife ab. Schlussendlich erreichten unsere Ghule ihr Ziel, mussten jedoch zuerst ansehen wie Brutallus Madrygosa niederstreckte. Um so besser! Nach etwas Bewegung würde der riesige Knallfrosch sicher hungriger sein und sich auf das stürzen, das sie ihm zubereitet hatten! Nun, da standen unsere Ghule also vor Brutallus, öffneten im einhelligen Einverständnis ihre fauligen Mäuler um dem Dämon ein aus Ghul-Sicht erstklassiges Mahl zu servieren… Doch darüber war der alles andere als erfreut, ging sogar soweit ihrem Ghul-Dasein ein Ende zu bereiten.

Soziale Ghule die sich um andere ihresgleichen kümmerten, keine weiteren Personen infizierten, und sich den Sonnenbrunnen hochschleppten um mit Brutallus zu Abend zu essen? Irgendwas kann mit dieser Seuche ganz und gar nicht gestimmt haben. Wenn das nicht nur ein Ausrutscher seitens Arthas war, sondern tatsächlich ein Ausdruck der Inkompetenz die seinem von Frost umnebelten Verstand entspringt, sollten die Expeditionen der Horde und Allianz in Nordend ein leichtes Spiel mit ihm haben.

Das kennt man ja: Yóma, unser schadensträchtiger Magier ist nur dann glücklich war, wenn ein Schäfchen um ihn herum tollt. Doch seit neuestem mag er nicht mehr zur Schafpopulation beitragen, sondern die austerbenden Schildkröten haben es ihm angetan.

Und so sind die Angler einmal mehr in Zul’Gurub im Schlingendorntal eingedrungen, um dort Gahz’ranka zu beschwören und ihm die Formel zur Rettung aller Schildkröten abzupressen. Und was soll man sagen – er hatte sie doch tatsächlich dabei.

[Tome of Polymorph: Turtle]

Und hier sieht man auch schon das erste Opfer unseres verwandlungssüchtigen Magiers – und wie nicht anders zu erwarten: Aus Schaf werde Schildkröte, vóila!

Mai 13th, 2008 by Caelis

Gruul tot. Magtheridon vernichtet. Mehrfach. Zeit für neue Horizonte, so dachten wir als wir uns aufmachten zum Schlangenschrein, der grössten Nagabastion der Scherbenwelt und Heimstätte Lady Vashjs.

Gut vorbereitet zogen wir los, schwommen bis zum Herzen des Echsenkessels und durchtraten den Wasserfall der den Eingang zum Zentrum der Macht der Naga markierte… Bis wir auf unser erstes Hinderniss stiessen.
Kein Pfad führte in die Tiefe, sondern ein mechanischer Aufzug. Die Konstruktion forderte auch bereits erste Opfer, die feststellen mussten, dass man bei einem Sprung den Aufzugschacht hinunter den Aufzug auch im freien Fall nicht mehr einholen konnte.
Doch auch jenseits der offensichtlichen Gefahren die er bot, erwies er sich als nahezu unwiderstehliche Versuchung für unsere gnomischen Mitstreiter, die wir nur mit Mühe davon überzeugen konnten, das ausgerechnet jetzt nicht der Zeitpunkt ist, die Ingenieurskunst und den Einfallsreichtum die hinter solch einer trickreichen Konstruktion stehen zu bewundern.
Nach einer Zeit entschieden wir uns, die widerwilligsten unserer Gnome einfach Huckepack zu nehmen und mitzuschleppen bis das mechanische Teufelswerk ausser Sicht war.

Kaum waren wir um die Ecke gebogen, erblickten wir auch die ersten von Vashjs Dienern, die den weiteren Zugang zu ihrem nassem Reich verwehrten. Doch das schreckte uns nicht ab, schliesslich waren wir hier um den finsteren Plänen der Naga ein Ende zu setzen. Nachdem wir auch den letzten Gnom kräftig durchgeschüttelt und uns somit zumindest kurzzeitig Aufmerksamkeit verschafft hatten, schritten wir zur Tat und kämpften uns den Weg vor bis zu Hydross, dem Herrn der Gezeiten, der zugleich Sklave und Herrscher war.
War seine Essenz ehemals rein, wurde er doch von den verschlagenen Naga versklavt und korrumpiert, kämpfte aber weiterhin gegen die Verdorbenheit an. So wechselte er ständig von seiner korrumpierten Form zurück zu seiner reinen, jedoch hinderte ihn eine weitere teuflische Maschine der Naga daran, sie lange beizubehalten.

All das wussten wir bereits, da zuvor einige unserer Spione die Höhle ausgekundschaftet hatten, und so kamen wir bestens vorbereitet und hatten einen Angriffsplan ausgetüftelt. Den galt es nur noch in die Tat umzusetzen. Mit dem Wissen über Hydross Misere gewappnet, schritten wir voran. Einer von uns sollte Hydross in seiner korrumpierten Form vom restlichen Schlachtzug ablenken, ein anderer zog in seiner reinen Form seine Aufmerksamkeit um sich, während weitere sich um die Elementare kümmmerten, die der Herrscher der Gezeiten immerzu beschwor. Der Plan ging auf. Hydross Aufmerksamkeit war zu gespalten, sein Geist zu verwirrt um unsere Taktik zu durchschauen. Trotz der Wasserblasen in die er uns einzusperren versuchte, und trotz der Gifte die er versprühte, konnte er uns nicht standhalten, und wurde vernichtet.

Hydross, Herrscher der Gezeiten

Nach dem Sieg über Hydross zogen wir weiter, drangen nun allerdings in unerforschtes Gebiet vor. Ein kurzer Blick nach unten zeigte uns eine seltsame Felsformation im Wasser, die oben umringt war von Plattformen auf denen Techniker seltsame Maschinen bedienten. Von unseren bisherigen Erfahrungen mit Naga-Maschinen her, dachten wir uns das könne sicher nichts gutes heissen, und machten uns daran, eine Plattform nach der anderen von Naga und Technikern zu säubern. War erstmal die letzte befreit, geschah etwas unerwartetes… Die seltsamen Felsen die uns zuvor aufgefallen waren, erhoben sich weiter aus dem Wasser und, was noch seltsamer war, das Wasser wurde plötzlich siedend heiss.
Das sollte sich allerdings als Vorteil erweisen. Dadurch dass das Wasser so heiss war, wurden alle Raubfische darin getötet. Da etwas heisses Wasser gestandenen Abenteuerern kaum etwas anhaben kann, Schwärme von Raubfischen hingegen aber schon, entschieden wir dass nun der Zeitpunkt gekommen war, die mysteriöse Felsformation genauer zu untersuchen.

Wir schwammen also hin, und setzten uns kurz zur Rast. Ein paar von uns vertrieben sich die Zeit mit Angeln. Doch was war das? Angelockt von den Geräuschen, und vielleicht auch durch den Geruch von Futter, sprang etwas aus dem Wasser was man nur als Grauen aus Innsm… ähm aus der Tiefe bezeichnen konnte. Noch überrascht von dem plötzlichen Auftauchen des Ungetüms, versuchten wir eine zumindest halbwegs taugliche Kampfstellung einzunehmen. Damit, dass die Kreatur anfangen würde, einen Strahl Wasser mit unvorstellbar viel Druck auf unsere Gruppe zu speien hatten wir allerdings nicht gerechnet, mehr als die Hälfte unserer Mitstreiter wurde ihm zum Opfer. Kurz darauf tauchte das Biest unter, und Nagawachen erschienen, die nun systematisch den Rest der Überlebenden auseinander nahmen. Das Monster war also offensichtlich mit den Echsenmenschen im Bunde.

Unsere Niederlage sollte unserer Entschlossenheit aber keinen Abbruch tun. Wir entschieden uns, die Toten und Verwundeten einzusammeln, und schworen wiederzukehren. Ein anwesender Nachtelf meinte, schon mal eine alte Troll-Legende gehört zu haben, in dem das Wesen vorkam. Auf trollisch hiess es ihm zufolge “de Lurga”. Gestärkt von unseren Erfahrungen und den Schilderungen aus der alten Legende, organisierten wir wieder eine Gefechtstellung, berieten uns, und kämpften uns erneut an Nagawachen zum innern des Schlangenschreins vor.
Diesmal waren wir vorbereitet, und bezogen rund um den Bau des Ungetüms stellung, und bereiten uns zudem auf die Ankunft der Nagawachen vor, in dem wir Fallen auslegten.

Unser Plan sollte sich dem bestialischen Instinkt des Monsters überlegen erweisen. Fing es an Wasser zu speien, sprangen wir ins Wasser um seinem Strahl zu entgehen. Fing es an zu Wirbeln, waren wir ausser Reichweite, zog es sich ins seinen Bau zurück und rief seine Naga-Verbündeten, fingen wir diese in Fallen ein und schalteten sie nach und nach aus. Eine ganze Weile spielten wir dieses Spielchen, bis auf der Haut des Wesens zu viele Wunden klafften, als das es sich noch widersetzen konnte.

Zufrieden über unseren ersten Erfolg und müde vom Kämpfen zogen wir uns fürs erste zurück, mit dem Wissen dass wir wiederkommen würden… Wir hatten von einem verräterischen Dämonenjäger gehört, der nun im Dienste der Naga stehen sollte…

April 15th, 2008 by Lunaria

Zul'Jin

Wir Angler kamen wieder,
es wurd’ mal wieder Zeit,
und gleich liegst Du am Boden,
das tut uns gar nicht leid.

Beim ersten Mal gefallen,
sag, hast du nicht mehr drauf?
Wir fühlten uns gelangweilt,
drum ging’s die Treppe rauf.

Wir sind weiter gegangen,
zu Zul´Jin, deinem Boss.
Er hielt uns für Trophäen -
nicht mehr nach viel Geschoss.

Beim ersten Mal war´s unschön.
Wir merkten, was er kann.
Da lagen wir am Boden,
und zwar gleich alle Mann.

Doch Angler die sind tapfer,
sie geben niemals auf,
beim zweiten Mal lag Zul´Jin,
er sieht nun zu uns auf.

Nun kann er nicht mehr lachen,
er erntet unseren Hohn.
Wir werden’s wieder machen,
wir wollen sein Thron!

Es klingt vielleicht unglaublich,
doch die Geschichte, sie ist wahr:
Es war ein kurzer Ausflug,
nach 3,5 Stunden war alles klar.